Weg aus der Psychose

Banner - Weg aus der Psychose

Der Weg aus der Krise: So können Angehörige Psychose-Betroffenen helfen

Während einer Psychose befinden sich Betroffene in einer Krise, aus der sie ohne Hilfe von außen schwierig herauskommen. Daher haben wir bei Kiso Health einen Drei-Schritte-Plan für Angehörige erstellt, wie sie Psychose-Betroffene auf dem Weg zur Besserung begleiten können. Denn Krisen lassen sich meist besser zusammen meistern.

Zu Beginn ein Tipp: Sollte das Thema neu für dich sein, kannst du zunächst unsere Einführung lesen. Darin erfährst du, wie sich eine Psychose äußern kann und warum es wichtig ist, Angehörige von Betroffenen beim Umgang mit Psychosen einzubeziehen.

Das Phänomen Psychose bedeutet für diejenigen, die es durchleben, oft einen beängstigenden Zustand, in dem die eigene Wahrnehmung nicht mit der äußeren Realität übereinstimmt. Betroffene können zum Beispiel Stimmen hören, die ihnen Dinge befehlen oder sie kritisieren. Es scheint dann so, als ob ein anderer Mensch zu ihnen spricht, der in Wirklichkeit aber gar nicht da ist. Wahrscheinlich kann sich jeder vorstellen, dass es sehr verunsichernd ist, wenn man den eigenen Sinnen nicht mehr trauen kann. Wie sich eine Psychose genau äußert, ist bei jeder Person etwas anders, und es ist meistens eine Reaktion auf eine besonders stressige Situation oder Lebenskrise.

Drei-Schritte-Plan für Angehörige

Auch Angehörige kann das veränderte Verhalten der ihnen nahestehenden Person verunsichern und bei ihnen einen Leidensdruck sowie ein Gefühl der Hilflosigkeit auslösen. Schließlich wollen auch sie, dass es ihrem Kind, ihrer Freundin oder ihrem Partner schnell wieder besser geht. Wie man sich förderlicher verhalten könnte, wenn einem Anzeichen für eine Psychose auffallen, gehen wir in diesem Artikel anhand der folgenden drei Schritte durch:

  1. Gespräch mit der betroffenen Person suchen
  2. Gemeinsames Aufsuchen eines Facharztes
  3. Unterstützung anbieten

Auch wenn sich diese Ratschläge hauptsächlich an Angehörige richten, ist vor allem der zweite Punkt hilfreich für Betroffene, die sich eigenständig auf die Suche nach professioneller Hilfe begeben möchten.

Bild - Weg aus der Psychose

Gespräch mit der betroffenen Person suchen

Wenn Angehörigen Anzeichen einer Psychose bei der betroffenen Person auffallen, lohnt es sich, erst einmal in Ruhe das Gespräch zu suchen. Dabei ist es wichtig, sich so gut es geht in die Situation des Gegenübers einzufühlen. Wahrscheinlich fühlt sich der Zustand für die Person sowieso schon verwirrend und beängstigend an, weshalb Vorwürfe, Druck und Kritik die Situation verschlimmern können.

Wir haben folgende Tipps für ein Gespräch:

  • Wähle einen ruhigen Tonfall.
  • Erzähle, was dir am Verhalten der Person aufgefallen ist, weshalb du nun das Gespräch suchst.
  • Wenn sich die Person öffnet und erzählt: Höre gut zu, lass sie aussprechen und zeige Verständnis.

Wenn das erste Eis gebrochen ist, können Angehörige Betroffene ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie dürfen dabei betonen, wie wichtig eine professionelle Behandlung in dieser akuten Phase ist, und ihre Unterstützung bei der Suche nach Hilfe anbieten. Gleichzeitig sollten mögliche Sorgen bezüglich der Behandlung ernst genommen und in Ruhe besprochen werden. Auch hierbei ist es wichtig, Geduld und Verständnis mitzubringen für die betroffene Person, die vielleicht gerade das grundlegende Vertrauen in ihre Umgebung verloren hat. In solch einer Situation kann es helfen, sich auf die Vorteile einer Behandlung zu konzentrieren, denn je schneller sie oder er mit einer Fachärztin spricht, desto schneller kann die Situation verbessert werden.

Gemeinsames Aufsuchen eines Facharztes

Der Weg zu professioneller Hilfe startet meistens mit dem Hausarzt, der eine erste Einschätzung vornimmt und an entsprechende Fachärzte überweist. Schneller geht es, wenn man diesen Schritt überspringt und sich direkt an einen Facharzt für Psychiatrie (Psychiater) in niedergelassener Praxis oder einer psychiatrischen Klinik wendet.

Unterstützung anbieten

Betroffene können sehr von der Unterstützung der Angehörigen profitieren. Wichtig ist aber, dass sie die Hilfe annehmen möchten. Denn selbstständig und selbstbestimmt zu sein sind ebenso wertvolle Bedürfnisse und sollten von Angehörigen stets anerkannt werden. Daher gilt: Hilfe gerne ausdrücklich anbieten, dabei jedoch respektvoll und unaufdringlich bleiben. Ist die Hilfe gewollt, gibt es im Alltag viele Möglichkeiten, Betroffenen unter die Arme zu greifen:

  • Zu ärztlichen und behördlichen Terminen begleiten
  • Bei der Therapiesuche unterstützen
  • Bei der Medikamenteneinnahme unterstützen
  • Bei weiteren individuellen alltäglichen Dingen unterstützen

Zusammen lässt sich oft viel schaffen. Auch wenn es am Anfang nur kleine Schritte auf dem Weg aus der Krise sind – jeder Schritt ist wertvoll. Wir wünschen euch viel Kraft dabei!

Mehr Hilfestellungen wie diese gibt es in unserer App Kiso Care für Angehörige von Psychose-Betroffenen. Mit unserem Newsletter verpasst ihr nicht, wenn es so weit ist! Hier geht es zur Anmeldung.

Hinweis zu inklusiver Sprache

Unsere Inhalte richten sich an alle Menschen unabhängig von Geschlecht und Identität. Deshalb verwenden wir auf unserer Website sowohl neutrale, weibliche als auch männliche Formulierungen, während wir aus Gründen der besseren Lesbarkeit auf die gleichzeitige Verwendung dieser Sprachformen zum Beispiel durch das Gendersternchen verzichten. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter. Auch die verwendeten Bilder sind so gewählt, dass sie eine möglichst große Vielfalt abbilden.

von Sonja Schäfer

Foto von Priscilla Du Preez 🇨🇦 auf Unsplash & Illustrationen von Freepik


Scroll to Top